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1722
Zar Peter der Große annektiert Dagestan im Nordostkaukasus. In den anschließenden Kämpfen gegen die Kaukasusvölker verliert er es wieder.
1785-1791
Scheich Mansur führt den bewaffneten Widerstand der Völker des Nordkaukasus gegen die russische Kolonialmacht an.
1818
Die Kaukasuskriege des russischen Zarenreiches beginnen. Ihr Ziel ist die Eroberung des Kaukasus. Die russischen Truppen stehen unter dem Befehl des Generals Jermolow.
19. Jahrhundert
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kämpfen russische Truppen jahrzehntelang gegen Kaukasusvölker, die von dem legendären Imam Schamil, einem gebürtigen Awaren aus Dagestan, angeführt werden. Den Kern des Widerstandes bilden die Tschetschenen, die erst mit Schamils Kapitulation 1859 besiegt werden können.
1921
Nach der Eroberung des Kaukasus durch die Rote Armee wird Tschetschenien Bestandteil der "Transkaukasischen Autonomen Sowjetrepublik", die am 30.12.1922 in der Sowjetunion (UdSSR) aufgeht. Zahlreiche Tschetschenen leisten bis in die 40-er Jahre erbitterten Widerstand gegen die Sowjetisierungs- und Kollektivierungspolitik.
1936
1936 entsteht trotz heftigen Widerstandes der Tschetschenen die "Autonome Sowjetrepublik Tschetschenien-Inguschetien" innerhalb der UdSSR.
1944
Josef Stalin beschuldigt Tschetschenen und Inguschen der Kollaboration mit deutschen Truppen und lässt sie am 23. 02. 1944 nach Mittelasien und Sibirien deportieren. Von den 400 000 Tschetschenen und 100 000 Inguschen stirbt etwa ein Viertel beim Transport in Viehwaggons oder in der Verbannung.
1957
Unter Nikita Chruschtschow wird die binationale Republik „tschetschenisch-inguschetische ASSR“ wieder autonom. Die Deportierten dürfen zurückkehren und werden rehabilitiert.
Ab 1990
Im Zerfall der Sowjetunion sehen tschetschenische Nationalisten die Chance, aus dem Staatsverbund mit Russland auszutreten. Wie viele andere nationale Minderheiten innerhalb der UdSSR nutzen sie die Liberalisierung unter Michail Gorbatschow. Anführer der Unabhängigkeitsbewegung wird der ehemalige Luftwaffengeneral und Divisionskommandeur der sowjetischen Armee, Dschochar Dudajew.
August 1991
Tschetschenische Nationalisten stürzen mit ausdrücklicher Billigung Boris Jelzins die kommunistische Führung in Grosny.
Oktober 1991
Dschochar Dudajew übernimmt nach der Auflösung des Obersten Sowjets der UdSSR an der Spitze eines Exekutivkomitees die Macht und wird zum Präsidenten Tschetscheniens gewählt. Moskau erkennt die Wahl nicht an.
01.11.1991
Präsident Dudajew erklärt Tschetschenien für unabhängig.
Tschetschenien wird zur Freihandelszone . Der Schmuggel von Erdöl und Drogen nach Russland, sowie von1 Waffen und Lebensmitteln aus Russland blüht auf.
08.11.1991
Als Reaktion auf die Unabhängigkeitserklärung ruft Boris Jelzin im November 1991 den Notstand aus und entsendet Truppen des Innenministeriums nach Tschetschenien. 3 Tage später hebt Boris Jelzin den Notstand wieder auf, weil sich das russische Parlament weigert, das Notstandsdekret zu verabschieden. Bis Juni 1992 sollen alle russischen Truppen, die auf dem tschetschenischen Territorium stationiert sind, abziehen.
November 1991
Das russische Parlament verabschiedet ein Gesetz über die Bildung einer separaten Inguschetischen Republik. Die Inguschen wollen in der Russischen Föderation bleiben, sie folgen den Tschetschenen in deren Unabhängigkeits-bestrebungen nicht.
12.03.1992
Die Tschetschenen verweigern die Unterzeichnung des Föderationsvertrages mit Russland und nehmen eine eigene Verfassung an.
In der Folge kommt es zu schweren Unruhen zwischen Anhängern und Gegnern Präsident Dudajews. Daraufhin verhängt Dudajew den Ausnahmezustand.
April 1993
Präsident Dudajew löst das tschetschenische Parlament auf und verweigert die Beteiligung Tschetscheniens an den russischen Präsidentschaftswahlen und dem geplanten Referendum über die neue Verfassung Russlands .
Dezember 1993
Nach einem gescheiterten Putschversuch gegen Präsident Dudajew im Dezember 1993 beginnt die russische Regierung die Opposition in Tschetschenien strategisch und militärisch zu unterstützen.
14.01.1994
Vertreter der Regierung Russlands und der Tschetschenischen Republik nehmen in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny Verhandlungen über die Unabhängigkeit Tschetscheniens auf.
November 1994
Angehörige der russlandfreundlichen tschetschenischen Opposition greifen Grosny erfolglos an. Boris Jelzin stellt der tschetschenischen Regierung ein Ultimatum: Das Land muss bis zum 09.12.1994 in den russischen Staatsverband zurückkehren. Andernfalls kündigt Jelzin eine Militärintervention an.
11.12.1994
Der erste Tschetschenienkrieg beginnt. Russische Truppen marschieren in Tschetschenien ein. Obwohl in der Überzahl und besser ausgerüstet, müssen die russischen Truppen starke Verluste hinnehmen. Die Rebellen in ihren Stützpunkten in den Bergen erweisen sich als unbesiegbar.
31.12.1994
Die russische Armee dringt in Grosny ein. Unter Luftangriffen und Artilleriebeschuss leidet in den folgenden Wochen besonders die Zivil-bevölkerung. Die Hauptstadt wird weitgehend zerstört.
19.01.1995
Obwohl Boris Jelzin den militärischen Einsatz für beendet erklärt, gehen die Kämpfe weiter. Der Militäreinsatz wird wegen der Brutalität des Vorgehens russischer Truppen von der internationalen Staatengemeinschaft missbilligt.
Februar 1995
Grosny wird durch russische Verbände eingenommen. Dudajews Armee geht zum Guerilla-Kampf über.
Juni 1995
Der erste Waffenstillstand scheitert nach wenigen Wochen.
14. bis 18.06.1995
Mehr als 100 bewaffnete Tschetschenen unter der Führung des Feldkommandeurs Schamil Bassajew stürmen ein Krankenhaus im südrussischen Budjonnowsk, Verwaltungsgebiet Stawropol, und nehmen mehrere Hundert Geiseln. Beim Sturm auf das Krankenhaus sterben 120 Menschen, rund 400 werden verletzt. Nach Verhandlungen mit dem russischen Premier Tschernomyrdin sichert die russische Führung gegen Freilassung der Geiseln freies Geleit für die Geiselnehmer und weitere Friedensverhandlungen zu.
22.06.1995
Russland und Tschetschenien vereinbaren eine Feuerpause.
30.06.1995
Russische Regierungsvertreter und der tschetschenische Präsident Dudajew unterzeichnen ein Militärabkommen, das ein Ende der Kämpfe, den schrittweisen Rückzug der russischen Truppen und die Entwaffnung der tschetschenischen Milizen vorsieht. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Tschetscheniens bleiben ausgeklammert. Der Waffenstillstand wird immer wieder von beiden Seiten gebrochen. Das russische Militär zieht sich in den folgenden Wochen zurück.
09. bis 15.01.1996
In Kisljar, einer Stadt im Norden Dagestans, nehmen bewaffnete Tschetschenen 3 000 Geiseln und verschanzen sich in einem Krankenhaus. Sie fordern den vollständigen Rückzug Russlands aus Tschetschenien. Nach der Zusicherung freien Geleits verlassen die Geiselnehmer mit 100 Geiseln Kisljar. In der Ortschaft Pjerwomajskoje wird der Konvoi aufgehalten. Nach tagelangen Verhandlungen stürmen russische Sicherheitskräfte den Ort. Rund 200 Menschen kommen ums Leben.
16.01.1996
Tschetschenische Rebellen besetzen die russische Fähre „Awrasija“, die vom türkischen Schwarzmeerhafen Trabzon abgelegt hat. Sie drohen, das Schiff mit den 200 Passagieren an Bord in die Luft zu sprengen. Die Aktion endet ohne Blutvergießen.
Ende März 1996
Kurz vor den russischen Präsidentenwahlen kündigt Jelzin an, die Kämpfe in Tschetschenien zum 01.04.1996 einzustellen, Terroristen aber weiterhin zu bekämpfen.
22.04.1996
Dudajew kommt bei einem russischen Raketenangriff ums Leben.
Nachfolger wird Dudajews Stellvertreter Selimchan Jandarbijew. Der neue Präsident schließt ein Friedensabkommen mit Boris Jelzin. Nach der Wiederwahl Jelzins zum russischen Präsidenten beginnt das russische Militär erneut mit Kampfhandlungen.
August 1996
Tschetschenische Kämpfer greifen die von den Russen besetzte Hauptstadt Grosny an und zwingen die russischen Truppen zum Rückzug.
31.08.1996
Der Tschetschenien-Beauftragte Jelzins, General Alexander Lebed, trifft mit dem tschetschenischen Stabschef Aslan Maschadow in Chasawjurt zusammen, um über ein Friedensabkommen zu verhandeln. Sie einigen sich auf eine Beendigung der Kämpfe für einen Zeitraum von 20 Monaten. Über den künftigen Status Tschetscheniens sollen Verhandlungen entscheiden, die man bis zum 31.12.2001 abschließen will. Die russischen Truppen ziehen sich aus Tschetschenien zurück. Damit ist der erste Tschetschenienkrieg beendet. Er hat bis zu 100 000 Menschen das Leben gekostet.
Dezember 1996
Sechs Mitglieder des Internationalen Roten Kreuzes werden in Tschetschenien ermordet.
27.01.1997 Bei den tschetschenischen Präsidentenwahlen, die auch von OSZE-Beobachtern als frei und fair bezeichnet werden, siegt der gemäßigte Nationalist Aslan Maschadow mit 59 Prozent der Stimmen.
27.05.1997
Aslan Maschadow führt in Moskau Verhandlungen mit Boris Jelzin und Ministerpräsident Tschernomyrdin. Es wird ein neuer Waffenstillstand vereinbart. Die Entscheidung über die Unabhängigkeit Tschetscheniens wird um 5 Jahre verschoben.
Mai 1998
Jelzins Bevollmächtigter für Tschetschenien, Walentin Wlassow, wird entführt und sechs Monate gefangen gehalten.
Juni 1998
Präsident Maschadow ruft den Ausnahmezustand aus, weil die Kriminalität in Tschetschenien Überhand genommen hat. Die Rivalität zwischen den Militärkommandeuren nimmt zu.
Dezember 1998
Die enthaupteten Leichen von 4 ausländischen Kommunikationstechnikern werden aufgefunden.
Januar 1999
Maschadow gibt den Islamisten nach und erklärt, dass in Tschetschenien innerhalb von drei Jahren die Scharia, das islamische Recht, eingeführt wird.
März 1999
Der Vertreter des russischen Innenministers, General Schpigun, wird entführt. Seine Leiche wird erst ein Jahr später gefunden.
Juli/August 1999
Nach längerer Pause kommt es an der Grenze zu Tschetschenien wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit russischen Truppen.
Islamistische Freischärler unter Schamil Bassajew und Chattab dringen aus Tschetschenien in die Nachbarrepublik Dagestan ein, besetzen die Bergdörfer Tschabanmachi und Karamachi und proklamieren einen unabhängigen islamistischen Gottesstaat. Die russische Luftwaffe beginnt mit der Bombardierung tschetschenischer Ortschaften.
Wladimir Putin löst in Moskau Premier Stepaschin ab und kündigt ein hartes Vorgehen gegen die tschetschenischen Separatisten an.
September 1999
In Moskau, Wolgodonsk und Buinajsk sterben bei schweren Sprengstoffattentaten auf Wohnblocks insgesamt 300 Menschen. Die Urheber werden nicht gefunden. Die russische Regierung vermutet tschetschenische Terroristen als Attentäter. Die Anschläge sind Anlass für die zweite Militärintervention Russlands in Tschetschenien. Die russische Armee fliegt Luftangriffe auf Stellungen der tschetschenischen Militärverbände . Die Grenzen Tschetscheniens werden abgeriegelt.
01.10.1999
Die russische Armee startet eine Bodenoffensive. Wladimir Putin erklärt, dass Aslan Maschadow von Moskau nicht länger als tschetschenischer Präsident anerkannt wird. In der Folge verhängt Maschadow als Oberkommandierender der tschetschenischen Streitkräfte das Kriegsrecht und lässt den „Heiligen Krieg“ ausrufen. Über 200 000 Tschetschenen flüchten in das benachbarte Inguschetien.
November/Dezember 1999
Russische Truppen nehmen die zweitgrößte tschetschenische Stadt Gudermes ein und schließen am 25.12.1999 den Belagerungsring um Grosny, das nach mehrwöchigen Kämpfen eingenommen wird. Bis zum Jahresende werden die anderen größeren Städte von russischen Truppen eingenommen. Beide Seiten begehen schwere Kriegsverbrechen.
01.01.2000
Wladimir Putin besucht als Nachfolger des in der Silvesternacht zurückgetretenen russischen Präsidenten Boris Jelzin an seinem ersten Amtstag die russischen Truppen in Tschetschenien.
Januar bis März 2000
Die russische Armee rückt nach wochenlangen Gefechten in die Hauptstadt Grosny ein und bringt weite Teile der Stadt unter ihre Kontrolle. Die Rebellen verlassen die völlig zerstörte Hauptstadt. Hunderte sterben in einem Minenfeld.
Mai 2000
Der im März gewählte neue Präsident Russlands, Wladimir Putin, verkündet den Sieg seiner Truppen im Krieg gegen Tschetschenien. Die Tschetschenen kämpfen im Untergrund weiter gegen die russischen Besatzer. Bei mehreren Guerilla-Aktionen im Süden Tschetscheniens werden Hunderte russische Soldaten getötet.
Juni 2000
Präsident Putin stellt Tschetschenien als Teilrepublik Russlands unter direkte Verwaltung der Moskauer Zentraladministration und setzt den früheren Mufti Achmed Kadyrow als Chef der tschetschenischen Übergangsverwaltung ein, die später per Erlass zur tschetschenischen Regierung erklärt wird.
02. bis 03.07.2000
Tschetschenische Rebellen verüben innerhalb von 24 Stunden fünf Selbstmordattentate auf Stützpunkte russischer Sicherheitskräfte. Allein bei dem Anschlag auf den Schlafraum einer Polizei-Einsatzzentrale in Argun nahe der tschetschenischen Hauptstadt Grosny sterben mindestens 54 Menschen.
03.08.2000
Bei einem Sprengstoffanschlag in Moskau werden 7 Menschen getötet. Wenig später werden tschetschenische Verdächtige festgenommen.
September/Oktober 2000
Die russische Armee reduziert ihre Truppen in Tschetschenien von rund 120 000 auf etwa 80 000 Mann. Islamistische Verbände setzen den Guerilla-Kampf fort.
Januar 2001
Präsident Putin überträgt die Bekämpfung des Guerillakrieges in Tschetschenien dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB.
Mai 2001
Tschetschenische Geiselnehmer bringen ein russisches Flugzeug in der Türkei in ihre Gewalt.
September 2001
Hunderte Rebellen nehmen kurzfristig die zweitgrößte tschetschenische Stadt Gudermes ein.
Nach den Anschlägen am 11. September 2001 in den USA erklärt der Kreml, Russland führe einen „Krieg gegen den internationalen Terrorismus“.
18.11.2001
Das einzige offizielle Treffen zwischen dem Kreml-Bevollmächtigte n Viktor Kasanzew und dem Vertreter der Tschetschenen, Achmed Sakajew, bleibt ergebnislos.
19.04.2002
Rebellen-Kommandeur Chattab wird von russischen Truppen getötet.
Frühjahr 2002
Berichte von Flüchtlingen über so genannte „Säuberungen“, bei denen Geheimdienstkommandos tschetschenische Männer verhaften, misshandeln und ermorden, oder gezielt tschetschenische Häuser plündern, häufen sich.
Im Mai beschließen Viktor Kasanzew und Aslan Kadyrow die Zwangsrückführung der tschetschenischen Flüchtlinge aus Inguschetien nach Tschetschenien.
Juli 2002
Russland beschuldigt Georgien, nichts gegen tschetschenische Terroristen zu unternehmen, die angeblich im georgischen Pankisi-Tal Unterschlupf gefunden haben. Ende Juli bombardieren russische Flugzeuge das Grenzgebiet im Pankisi-Tal. Georgiens Präsident Schewardnadse wirft seinerseits Russland vor, die von Georgien abtrünnige Republik Abchasien zu unterstützen. Internationale Beobachter halten eine russische Intervention in Georgien für möglich.
August 2002
Tschetschenische Rebellen schießen bei Grosny einen russischen Militärhubschrauber ab und töten 120 Soldaten.
23. bis 26.10.2002
Bis zu 50 schwer bewaffnete tschetschenische Rebellen besetzen am 23.10.2002 das Dubrowka-Theater in Moskau. Sie bringen fast 800 Geiseln in ihre Gewalt. Das Theater wird vermint. Am Morgen des 26.10.2002 stürmen russische Spezial-einheiten das Theater. Sie setzen ein Gas ein, das Geiselnehmer und Geiseln sofort betäubt. Alle Geiselnehmer werden bei der Aktion getötet. 129 Geiseln sterben an den Folgen des Gaseinsatzes.
Oktober 2002
Die erste Volkszählung seit dem Ende der Sowjetunion erfasst 1 080 000 Tschetschenen. Das sind mehr als vor dem ersten Krieg.
04.12.2002
Dänemark lehnt die Auslieferung des tschetschenischen Politikers Achmed Sakajew ab, den Moskau des Terrorismus bezichtigt.
27.12.2002
Zwei Fahrzeuge explodieren vor dem Regierungssitz in Grosny. Das mehrstöckige Gebäude stürzt in sich zusammen und begräbt 72 Menschen unter sich. Rebellenführer Schamil Bassajew bekennt sich später zu der Tat.
31.12.2002
Die russischen Behörden kündigen das Ende des Mandats der OSZE in Tschetschenien an.
23.03.2003
Die Tschetschenen stimmen in einem von Moskau gesteuertem Referendum über eine neue Verfassung ab, die der Republik begrenzte Autonomierechte garantieren soll. Gleichzeitig stimmen sie über die Gesetze für die Wahl eines Präsidenten und des Parlaments ihrer Republik ab. Damit soll eine rechtliche Grundlage für die Absetzung des im Untergrund lebenden, legal gewählten , tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow geschaffen werden. Nach russischen Angaben nehmen etwa 80 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung teil. Etwa 95 Prozent bekennen sich zur Verfassung. Verwaltungschef Kadyrow wird amtierender Präsident und aussichtsreichster Kandidat für die am 05.10. geplanten Präsidentenwahlen. Internationale Beobachter sprechen von massiven Manipulationen und Wahlfälschungen.
05.10.2003
Achmed Kadyrow wird mit über 80 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Präsidenten Tschetscheniens gewählt.
13.02.2004
Selimchan Jandarbijew wird in Dohar, Katar, ermordet.
Ende Februar 2004
Das Europaparlament erklärt die Deportation der Tschetschenen unter Stalin zu einem Akt des Völkermords und verlangt von der EU-Kommission, das Friedensangebot der unabhängigen Regierung Tschetscheniens zu überprüfen.
11.04.2004
Arjan Erkel, leitender Mitarbeiter der Organisation „ Ärzte ohne Grenzen“, wird aus 20-monatiger Geiselhaft in Dagestan entlassen.
Ende April 2004
Die letzten Flüchtlingslager in Inguschetien, „ Sputnik“ und „Sazita“ werden aufgelöst.
09.05.2004
Der tschetschenische Präsident Achmed Kadyrow und 24 weitere Menschen kommen durch ein Attentat bei einem Festakt im Dynamo-Stadion in Grosny ums Leben.
29.08.2004
Alu Alchanow, Innenminister unter Kadyrow, wird mit 73,5 Prozent der abgegebenen Stimmen zum neuen Präsidenten Tschetscheniens gewählt.
Kadyrows Sohn, Ramsan Kadyrow, wird Vizeregierungschef.
09.11.2004
Bei Kämpfen zwischen russischen Truppen und tschetschenischen Freischärlern sterben 22 Menschen, darunter der mutmaßliche Drahtzieher des tödlichen Anschlags auf Präsident Kadyrow, Kommandeur Sulejman.
03.02.2005
Der aus dem Untergrund operierende tschetschenische Präsident Aslan Maschadow verkündet erstmals seit Beginn des zweiten Tschetschenienkrieges eine einseitige Waffenruhe und weist seine Anhänger an, die Kämpfe einen Monat lang auszusetzen.
12.05.2003
Etwa 60 Menschen sterben, als ein mit Sprengstoff beladener LKW in einen russischen Kontrollposten im tschetschenischen Snamenskoje fährt. Mehr als 250 Menschen werden verletzt. Der Anschlag galt einem Stützpunkt des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB.
14.05.2003
Auf einem Fest in Ilischan-Jurt versucht eine mit Sprengstoff bewaffnete Frau den tschetschenischen Präsidenten Achmed Kadyrow zu töten. 16 Menschen sterben. 140 Personen werden verletzt. Unter den Toten sind auch 4 Leibwächter Kadyrows, der unverletzt bleibt.
05.06.2003
An einem Bahnübergang in der nordkaukasischen Stadt Mosdok, in welcher der Stab des russischen Kaukasus-Kommandos stationiert ist, sprengt eine Tschetschenin einen Militärbus. Bei dem Anschlag sterben über 18 Militär-angehörige. Während der folgenden Sommermonate finden wöchentlich Anschläge auf verschiedene Ziele statt.
05.07.2003
Bei einem Anschlag während eines Rock-Festivals in Moskau kommen mindestens 15 Besucher und die beiden mutmaßlichen Attentäterinnen ums Leben. 60 weitere Opfer erleiden zum Teil schwerste Verletzungen.
01.08.2003
Ein Selbstmord-Attentäter sprengt sich mit einem Lastwagen, der mit Sprengstoff beladen ist, am Eingang eines Militärkrankenhauses in der Stadt Mosdok in Nordossetien in die Luft. Mindestens 50 Menschen werden getötet.
15.09.2003
Ein Sprengstoff-Attentat auf das örtliche FSB-Gebäude erschüttert die inguschetische Hauptstadt Magas. 3 Menschen sterben.
05.12.2003
Bei einer Bombenexplosion in einem Pendlerzug nahe der Stadt Jessentuki im Süden Russlands kommen 46 Menschen ums Leben, 160 werden verletzt.
09.12.2003
Bei einem Bombenanschlag in der Nähe des Moskauer Kreml sterben 6 Menschen, mindestens 13 werden verletzt.
03.02.2004
Bei einem Sprengstoffanschlag auf die Nordkaukasische Militärjuristische Fakultät in der nordossetischen Stadt Wladikawkas sterben 2 Menschen, 10 werden verletzt.
06.02.2004
Bei einem Selbstmordattentat in der Moskauer U-Bahn sterben mindestens 39 Passagiere, 100 werden verletzt. Die bis dahin unbekannte tschetschenische Rebellengruppe "Gasotah Murdasch" bekennt sich zu dem Anschlag.
21./22.06.2004
In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 2004 überfallen etwa 200 Kämpfer im inguschetischen Nasran das Gebäude des Innenministeriums und das der 137. Grenztruppen-Einheit. Sie erschießen insgesamt 98 Menschen: 51 Polizisten, Staatsanwälte und den inguschetischen Innenminister Abukar Kostojew. Ein Teil der aus einem Depot gestohlenen Waffen werden nach der Geiselnahme von Beslan Anfang September 2004 wiedergefunden.
24.08.2004
Zwei russische Passagierflugzeuge explodieren fast gleichzeitig. Die erste Maschine vom Typ Tu-134 explodiert südlich von Moskau, auf dem Weg nach Wolgograd. Die zweite Maschine vom Typ Tu-154 stürzt auf dem Weg nach Sotschi, in der Nähe von Rostow am Don ab. Insgesamt sterben 90 Passagiere.
31.08.2004
Zehn Menschen sterben, als sich in der Nähe einer U-Bahn-Station in Moskau eine Frau in die Luft sprengt. Eine Gruppe namens "Islambuli-Brigaden" bekennt sich zu der Tat.
bis 03.09.2004
Bei einer Festveranstaltung zum ersten Schultag am 01.September 2004 im nordossetischen Beslan nehmen Terroristen 1251 Geiseln und halten sie 3 Tage lang gefangen. Bei der Explosion eines in der Turnhalle der Schule befestigten Sprengsatzes und der Erstürmung der Schule am 03.09.2004 sterben 330 Menschen, darunter 176 Kinder. 600 Menschen werden verletzt.
Stand: Februar 2005
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